
Tach… Geburtstag überlebt. Juhuu. Vielen Dank für die ganzen Grüße, hab mich gefreut. Da ich jetzt ein alter Schamane bin und auf 23 Jahre hochkomprimiertes Erfahrungsmaterial zurückgreifen kann, werde ich hier mal ein bischen den Schlaumeier raushängen lassen und einige Informationen, die ich in einem Gespräch über das US Wahlsystem mit meinem Mitbewohner eingeholt habe, preisgeben.
Heute sind hier also die langerwarteten Wahlen, was mich in erster Linie freut da der Sportteil der Zeitung wieder größer wird, da dieser nicht vom Politikteil verdrängt wird und ich mir nicht jeden Tag die Highlights einer 2 Wochen zurückliegenden Debatte im Fernsehen angucken muss, die Wertvolle “Family Guy” Sendezeit raubt.
Wahlsystem funktioniert hier so (war mir gar nicht so klar, daher hier kurz zusammengefasst):
Jeder Bürger einer Stadt in den USA hat eine Stimme. Jede Stadt wird in mehrere Wahlbereiche unterteilt, die wiederum von einem Abgeordneten des “Electoral Collage” representiert werden soll. Und da geht die Brisanz auch schon los. Nehmen wir an in einem Stadteil wäheln 48% McCain und 52% Obama, dann ist der/die Abgeordnete zwar “Aufgefordert” mit der Mehrheit zu wählen, muss er/sie aber nicht. Es kann also durchaus passieren, dass ein Mitglied des Electoral College gegen die Mehrheit des Wahlbezirks entscheidet und seine Stimme für McCain gibt und das Ergebnis ignoriert. Hab dann mal den Einen oder Anderen auf den Sinn angesprochen…viel brauchbare Informationen kamen aber nicht dabei rum. Interessant war wohl am ehesten die Bemerkung das eine Person leichter zu manipulieren ist als 100000, diese Anmerkung wurde zwar mit einem gewissen ironischen Unterton belegt, aber wenn man genauer darüber nachdenkt… naja weiter im Text. Jeder US Bundesstaat wird also, je nach Einwohnerzahl, von einer bestimmten Anzahl von Vertretern des Electoral College repräsentiert. Als Beispiel: Hawaii hat 4, und Kalifornien über 50 (genaue Zahlen sind unbekannt und ich bin zu faul zum Googlen. Mhh, mit Linkeinfügen und dem Kram den ich jetzt gerade schreibe hat das jetzt länger gedauert als wenn ich selbst nachgeguckt hätte. Mach ich jetzt aus trotz auch einfach:Also 55 sinds). Wenn ein Kandidat nun mehr Abgeordete (und das Volk natürlich) dafür begeistern konnte für ihn zu stimmen, also zum Beispiel In Kalifornien Kandidat A 30 und Kandidat B 25, dann gewinnt Kandidat A alle 55 Stimmen . Sprich selbst wenn rund 20 000 000 Menschen (keine Ahnung wie viel ca 40 % der Kalifornischen Bevölkerung sind. Diesmal könnt ihr selber nachgucken, ) für Kandidat B gestimmt haben, so werden die Stimmen einfach verworfen… an dieser Stelle ein Moment des Schweigens. Bin zwar kein Politikologe aber das erscheint mir etwas..ähhh… dumm. Wie die Wahl der Abgeordneten des Electoral College zustande kommt ist im übrigen im jeden Bundesstaat anders, allerdings hört man, dass sich hier und da ein paar Gefallen…. ja Wetter ist soweit gut, gestern war auch gut gewesen, mal sehen ob es morgen auch gut gewesen sein wird.
Viele Grüße der Jan